Warum wir nur acht Planeten haben
Als Objekt 2003 UB313 alias »Xena« am 29. Juli 2005 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, war eines sofort klar: das ist er, der lang gesuchte Planet Nummer 10. »Ich kreise zwar noch hinter Pluto, aber ich bin größer und schwerer als er. Wenn der Pluto ein Planet ist, dann bin ich ja wohl erst recht einer« erklärte der Neuzugang.
»Xena« war aber nicht die einzige Entdeckung, die an diesem Tag bekannt gegeben wurde. »Wenn Xena Planet Nummer 10 sein darf, dann ist es wohl recht und billig, wenn wir Nummer 11 und 12 werden« konstatierten 2005 FY9 alias »Easterbunny« und 2003 EL61 alias »Santa«. Immerhin, so führten sie aus, seinen sie nicht viel kleiner als Pluto und im Umkreis von ein paar Milliarden Kilometern die dominierende Kraft schlechthin. »Santa« habe sogar zwei Monde, wo sonst finde man sowas?
Das wiederum rief Ceres auf dem Plan. Die war schon einmal für halbes 19. Jahrhundert lang ein Planet. »Ich mag kleiner sein als die da oben und nur zwischen Mars und Jupiter kreisen, aber ich habe ganz klar die älteren Rechte«, forderte sie. Und überhaupt habe sie es immer als ungerecht empfunden, so wie sie damals abserviert und zum Asteroiden abgestempelt wurde.
Natürlich meldete sich auch Vesta aus dem Hauptgürtel zu Wort. »So unplanetenhaft bin ich gar nicht«, führte sie aus, »ich bin vielleicht etwas klein geraten, aber im habe Kern, Mantel und eine Basaltkruste wie die Großen auch«. Außerdem sei sie schon zu früheren Zeiten, zusammen mit Ceres, als ein Planet tituliert worden. So wie, betonte sie, im übrigen auch ihre Nachbarn Pallas und Hygiea.
Gegen Neuankömmlinge im äußeren Sonnensystem wie Quaoar, Ixion und Varuna hätte sie aber auch nichts einzuwenden. Und es sei ja wohl klar, dass man Sedna als größtes bekanntes Mitglied der Oortschen Wolke in der Sache unmöglich ignorieren könne.
Das Gequängel wurde abgestellt, indem man Pluto kurzerhand den — nach Meinung der meisten Wissenschaftler sowieso unverdienten — Planetenstatus aberkannte und allen den zeremoniellen Titel eines Zwergplaneten verlieh. Seitdem herrscht wieder Ruhe im Planetensystem.
Tagebuch
Ein Bild von Jupiter aus einer Entfernung von zweieinhalb Milliarden Kilometern. Das Teleskop, das dieses Bild aufgenommen hat, hört auf den Namen LORRI und befindet sich an Bord einer Raumsonde, die gerade zwischen Saturn und Uranus fliegt und den Pluto ansteuert.
Das ist meines Wissens das dritte Jupiter-Portrait aus dem äußeren Sonnensystem. Die beiden anderen sind eine Aufnahme aus der Saturnumlaufbahn und das Family Portrait aus der Gegend hinter Neptun.
Apple hat ein neues Spielzeug: das Magic Trackpad. Magisch ist daran eigentlich wenig, aber anscheinend ist es das größte Trackpad, das man kaufen kann.
Was ich noch nicht begriffen habe: soll man sich das jetzt zusätzlich zur Maus kaufen oder will Apple uns langsam auf das Aussterben der Spezies »Computermaus« einstimmen?
Ich möchte ja gerne wieder mehr bloggen. Aber
- kommt es anders
- als man denkt
- GOTO 1.
Frauen legen sich bei Veränderungen im Leben bekanntlich eine neue Frisur zu. Das ist bei mir nicht sonderlich praktikabel und die Farbe reduziert ändert sich mit der Zeit auch so.
Also habe ich mir angesichts einer bevorstehenden kleinen Veränderung ein neues Layout fürs Blog zugelegt. Mal sehen, wie lange das jetzt wieder hält.
Laterne

Das letzte von den Bildern aus Toulouse.
Es fasziniert mich immer wieder, wie viel Mühe man sich früher mit alltäglichen Gegenständen wie Straßenlaternen gegeben hat. Heutige Lampen mögen heller sein, und vielleicht auch funktioneller, aber sie sind unvergleichlich langweiliger.
Offline-Banking
Oder: be careful what you wish for, it might actually happen.
Letzten Herbst hatte ich die Idee, dem Online-Banking mal für einige Zeit zu entsagen und alles wieder per Überweisung zu machen.
Dahinter steckten zwei Überlegungen. Erstens: man muss wirklich nicht alles mit dem Computer machen. Überweisungen mache ich ein, zwei pro Monat, da geht das Ausfüllen der Vordrucke von Hand auch nicht langsamer als das Eingeben am Computer. Die Belege die Bank tragen ist kein Problem, ich gehe beim Abendspaziergang einfach an der Filiale vorbei.
Zweitens: Sicherheit. Das PIN/TAN Verfahren, auch das mit den nummerierten TANs, ist schon seit längerem in die Kritik geraten. Nachdem ich letzten Sommer gehört habe, dass auch das BKA da größere Bedenken hat, wollte ich mich nicht länger darauf einlassen.
Inzwischen hat auch meine Bank ein interessantes neues Verfahren zum Online-Banking. Das funktioniert ungefähr so: wenn man eine Überweisung machen möchte, gibt man erst die Daten wie gewohnt ein. Statt dann aber eine TAN einzugeben, hält man ein kleines Gerät an den Bildschirm, das über eine animierte Grafik mit der Bank kommuniziert, dann den Betrag nochmals anzeigt und eine TAN ausgibt.
Soweit die Theorie.
Die Praxis sieht etwas anders aus. Aus irgendeinem Grund klappt die Datenübertragung vom Bankcomputer über die animierte Graphik zu dem Gerät, das die TAN ausrechnen soll, nicht.
Ich habe dazu eine Theorie. Mein iMac hat einen Bildschirm, den Apple als »Hochglanzanzeige« bezeichnet. Das heisst: wunderbar kräftig leuchtende Farben. Es bedeutet aber auch: der Bildschirm spiegelt, weil vor dem eigentlichen TFT noch eine Glasplatte sitzt. Das ist normalerweise kein Problem — man muss den iMac nur so aufstellen, dass man keine Lichtquellen hinter sich hat — aber die Reflexionen scheinen zu stark für die Datenübertragung zu sein.
Dazu passt, dass Programme wie Delicious Library, die ISBN-Nummern über die eingebaute Webcam einlesen und dann bei Amazon Buchtitel und -Author ausgeben, ebenfalls mehr schlecht als recht funktionieren.
(Es gibt da auch noch einen anderen Aspekt: die animierte Graphik ist ein Flash Applet. Das hat zur Zeit auch nicht gerade den besten Ruf, was Sicherheit angeht. Ich musste dazu extra den Flashblocker abschalten, also meine Sicherheitseinstellungen verringern.)
Fazit: weil die Bank — aus Sicherheitsüberlegungen, die ich durchaus teile — das alte PIN/TAN Verfahren sowieso einstellen möchte, bleibe ich offline.
Aber wenn man sich erst einmal daran gewöhnt hat, ist es eigentlich kein Problem mehr. Sogar im ausgehenden ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts. Man wundert sich höchstens, warum man sich vorher kaum noch vorstellen konnte, wie es »ohne« gehen soll.
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